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Informationen zur Psychotherapie, Psychoanalyse und analytischen Psychotherapie

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Copyright Dr. med. Robert Röhrig, FA für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Psychoanalyse


Inhalt

Gruppentherapie ist eine in den vergangenen Jahren zu Unrecht vernachlässigte Therapieform.

Für viele Patienten (z.B. Mit Essstörungen oder Suchtstörungen, aber auch solche Patienten deren Problematik sich im sozialen Umgang zeigt) ist die Gruppe ein besonderes „Heilmittel“, wobei es nur wenige Problemfelder gibt, die eine Gruppentherapie nicht sinnvoll erscheinen lassen. Die Gruppe bewirkt etwas anderes, als das Einzelsetting.


Im Folgenden der Einfachheit halber das Informationsblatt zur Gruppentherapie, das ich persönlich verwendet habe. Adere Therapeuten, vor allem Verhaltenstherapeuten legen möglicherweise andere Regeln zu Grunde.


Merkblatt für die (analytische) Gruppentherapie:


um den Einstieg in die Gruppensituation zu erleichtern, möchte ich vor Beginn der Gruppensitzungen noch einige Informationen geben.

Im Moment wird Ihnen vielleicht noch manches schwierig erscheinen, vor allem der Gedanke, im Kreis von mehreren Menschen über ihre Probleme zu sprechen. Die Therapie in einer Gruppe ist nicht "weniger" als eine Einzeltherapie, sie ist nur etwas "anders". Wir verstehen darin weniger eine Therapie in der Gruppe, als vielmehr eine Therapie durch die Gruppe, denn die Gruppe als solche hat eine Reihe von "Wirkungen", die die über die Möglichkeiten einer Einzeltherapie hinausgehen. Es kann sogar einfacher sein, sich in der Gruppe auf seine Gefühle einzulassen. Die Mitglieder sind sich bald nicht mehr fremd, sondern vertraut und vertrauen einander. Der Gruppenleiter hat dabei nicht die Funktion, die Gruppe "anzuleiten", sondern dabei zu helfen, die Prozesse besser zu verstehen, so dass jeder seinen Nutzen daraus ziehen kann. Das Ziel dabei ist, dass möglichst alles, was die Gruppe und ihre Mitglieder betrifft, auch in der Gruppe angesprochen wird. Nur dann wird die Arbeit wirklich sinnvoll sein. Für Momente, wo es aus irgendwelchen Gründen unmöglich erscheint, eine Schwierigkeit in die Gruppe hineinzubringen, stellt die Kasse ausdrücklich eine Anzahl von begleitenden Einzelstunden zu Verfügung. So ist gewährleistet, dass jedes Problem besprochen werden kann.

Der Ablauf der Gruppentherapie ist an wenige, aber wichtige Regeln gebunden. Eine davon ist die Verpflichtung zum absoluten Stillschweigen über das, was in den Sitzungen gesprochen wird, natürlich auch über das spätere Ende der Therapie hinaus. Nur so können sich die einzelnen Gruppenmitglieder geschützt fühlen und die notwendige Offenheit mitbringen. Es ist auch daran zu denken, dass laute Diskussionen vor Betreten der Praxis oder beim Verlassen der Praxis von Fremden gehört werden können.

Es sollte im Interesse der Wirksamkeit der Gruppentherapie so weit wie möglich vermieden werden, das ausserhalb der Gruppensitzungen Zusammentreffen einzelner Mitglieder stattfinden. Sollte dies trotzdem einmal passieren, wird empfohlen, dies in der Gruppe zur Sprache zu bringen.

Eine andere wichtige Regel ist die möglichst ununterbrochene Teilnahme an dem Sitzungen. Zu diesem Zweck mache ich am Anfang eines Jahres einen Urlaubsplan für die Praxis, damit sich jeder so weit wie möglich darauf abstimmen kann. Ein heikles aber wichtiges Problem ist das der nicht wahrgenommen Sitzungen. Diese können nicht der Kasse angelastet werden und müssen als sogenanntes Bereitstellungshonorar selbst bezahlt werden. Bei längeren Krankheiten kann eine gesonderte Vereinbarung getroffen werden, um unzumutbare Belastungen auszuschliessen. Einer der Hauptgründe für diese Regelung beruht auf der uns allen eigenen Neigung, Schwierigkeiten und Konfrontation durch Fernbleiben auszuweichen oder Enttäuschungen durch Rückzug zu zeigen. Es muss daher so viel wie möglich getan werden, dass diese Gefühle in die Gruppe kommen, dort wo sie hingehören. Die Gruppe als Ganzes hat ja ebenfalls dem Anspruch, dass möglichst alle da sind, da der therapeutische Prozess sonst unterbrochen wird. Ausserdem hilft diese Honorarregelung, den sogenannten "therapeutischen Rahmen", die "Arbeitsatmosphäre" sicherzustellen, den Platz bei Abwesenheit freizuhalten. Der leere Stuhl des Abwesenden bleibt übrigens als Erinnerung für die Anwesenden tatsächlich stehen. Die so ausgefallenen Sitzungen bleiben natürlich erhalten und werden angehängt.

Bei jeder "therapeutischen Massnahme" ist es heute üblich, auf sogenannte Nebenwirkungen und Risiken hinzuweisen. In der Medizin gilt die Regel, dass alles was wirkt, auch Nebenwirkungen haben kann. Die Veränderung der eigenen Person oder der bisherigen Sichtweise sollte sich im Idealfall segensreich für alle Beteiligten auswirken. Es liegt aber auf der Hand, dass eine innere Veränderung auch Konflikte aufwerfen kann, dass es Phasen von verstärkter Labilität geben kann, und dass Wandlungen auch mal auf Widerstand des Partners oder der Familie stossen können. Aber all das ist in der Therapie selbst bearbeitbar, und am Ende ist die Bilanz meist positiv.


Mit freundlichen Grüssen




Gruppentherapie