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Informationen zur Psychotherapie, Psychoanalyse und analytischen Psychotherapie

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Copyright Dr. med. Robert Röhrig, FA für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Psychoanalyse


Inhalt

Forschung in der Psychotherapie


Psychotherapie ist ein Metier, in dem viele Methoden und Theorien zu finden sind. Die einen fundiert, die anderen weniger fundiert. Einige sehr speziell und andere mit einem breiten Spektrum an Techniken und Einsatzmöglichkeiten. Die Gesellschaft und die Therapeuten selbst haben natürlich Interesse daran, ihre persönlichen Energien und ihr Geld nicht wirkungslos verpuffen zu lassen. Also ist Forschung ein zentrales Thema für alle Beteiligten. Forschung muss sein, ist aber schwieriger, als man zunächst denkt. Wir können jedoch nicht darauf verzichten.

Forschung und Wissenschaft haben für die meisten einen Touch von Neutralität und Überlegenheit, scheinen eine unbestechliche und gerechte Instanz zu sein. Wer sich das Schild geben kann „wissenschaftlich nachgewiesen“, hat das Spiel offensichtlich schon gewonnen.

Dazu muss gesagt werden, dass auch die Forschung selbst eine Disziplin ist, die sich zwar meist redlich um Wahrhaftigkeit bemüht, die aber natürlich selbst einem Entwicklungsprozess unterworfen ist. Das bedeutet, Methoden der Forschung können innerhalb weniger Jahre überholt sein, ebenso wie die Fragestellungen, welche es zu untersuchen gilt. Das Gebiet ist unglaublich komplex, so dass eine gerade veröffentlichte Untersuchung sofort von anderen Forschern und Interessengruppen infrage gestellt wird und Kontroll- und Gegenuntersuchungen notwendig sind. Oft hat man den Eindruck, dass die Beteiligten nicht gerade kompetent sind. Das mag daran liegen, dass Forschung oft von Interessengruppen missbraucht wird, als politisches Argument, das man an den Haaren herbeiziehen kann, vor allem weil es die meisten sowieso nicht nachvollziehen können. Die Zigarettenindustrie konnte z.B. so bis in die 80er Jahre des letzten Jahrhunderts behaupten, dass die Schädlichkeit des Rauchens nicht nachgewiesen ist.

Was die Psychotherapie angeht, begann eine Forschung erst Mitte des letzten Jahrhunderts und beschäftigte sich Jahrzehnte damit, ob Psychotherapie überhaupt wirksam ist und welche Methode die beste ist. Die Wirksamkeit wurde nachgewiesen, den Wettlauf um die überlegene Wirkung konnten die beiden Verfahren Psychoanalytische Therapie und Verhaltenstherapie jeweils nicht für sich gewinnen. Das ist nicht sehr verwunderlich, da beide Verfahren sehr unterschiedliche Theorien und Therapieziele haben, die an sich schon schwer zu vergleichen sind. In beiden Therapieformen wird grundlegend verschieden gearbeitet. Erst seit Ende der 90er Jahre hat man die Fragestellungen verändert, und damit eine andere Art der Forschung in Gang gesetzt, verbunden mit der wachsenden Einsicht, dass Psychotherapie andere Untersuchungstechniken braucht als eine pharmakologische Substanz.

Zwischenzeitlich wird zunehmend differenziert geforscht, z.B. mit dem Blick auf die Therapeuten selbst (jenseits der Methode), oder auf die Frage, welches spezielle Verfahren bei bestimmten Störungen den sichersten Erfolg verspricht. Der Blick liegt dabei eher auf  den Fragen um Aufwand und Kosten als auf den Inhalten. Es scheint sich zu zeigen, dass die Persönlichkeit und innere Haltung des Therapeuten einen grösseren Einfluss auf den Therapieverlauf hat, als eine bestimmte Methode (die meisten Therapeuten arbeiten auch nicht streng nach ihrer offiziellen Methode). Auf den kürzesten Nenner gebracht ist vermutlich der Therapeut am förderlichsten, der ein Maximum an Einfühlung in den Patienten mitbringt, und sich gleichzeitig nicht so in die unbewusste Beziehungsdynamik verwickeln lässt, dass die Entwicklung unterlaufen wird. Er muss mehr mitbringen als Empathie, er muss den drohenden Verwicklungen in der Therapie auch etwas entgegensetzen können, denn sonst wird er unwirksam.  Das ist die Fähigkeit, welche die sog. therapeutische Beziehung von einer Alltagsbeziehung unterscheidet, und für deren Entwicklung eine jahrelange therapeutische Ausbildung notwendig ist, denn die „Fallstricke“ sind subtil und dann besonders wirksam, wenn man glaubt, alles verstanden zu haben.

In Deutschland ist auf gesetzlicher Grundlage der „Wissenschaftliche Beirat Psychotherapie“ für die wissenschaftlichen Rechtfertigungen von Psychotherapie und deren einzelne Verfahren zuständig. Dieser legt fortlaufend die Bedingungen fest, die von Forschungsprojekten erfüllt sein müssen, um den Kriterien der Wissenschaftlichkeit Stand zu halten, und entscheidet, inwieweit Therapieverfahren wirksam sind und damit zur Kassenleistung werden können. Wer sich dafür interessiert, kann die Vorgaben und Untersuchungsergebnisse unter www.wbpsychotherapie.de  studieren.