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Informationen zur Psychotherapie, Psychoanalyse und analytischen Psychotherapie

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Copyright Dr. med. Robert Röhrig, FA für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Psychoanalyse


Inhalt

Psychotherapie oder Medikamente



Wie schon in der Einleitung ausgeführt, können sowohl körperliche als auch seelische Erkranken jeweils mit Medikamenten oder mit den Mitteln der Psychotherapie (aber auch anderen Methoden wie Strahlen oder physikalischen Anwendungen) behandelt werden.

Im Gebiet der seelischen Erkrankungen treffen dabei 2 Weltanschauungen zusammen: Man kann seelische Erkrankungen als Folge einer organischen Störung verstehen (z.B. die viel zitierte „Stoffwechselstörung“), oder als Folge eines nicht zu bewältigenden seelischen Problems. Daraus ergibt sich, dass ein Teil der Behandler zur Behandlung von Depressionen, Zwängen oder Psychosen ausschliesslich zum Medikament greift (in der Regel die Psychiater), und ein anderer Teil zur Psychotherapie (eben die Psychotherapeuten). Dabei ist vor allem durch die neurophysiologische Forschung anerkannt, dass biologische Veränderungen im Gehirn mit seelischen Erkrankungen verknüpft sind, aber auch, dass psychische Prozesse (wie Psychotherapie oder traumatische Ereignisse) ihrerseits den Stoffwechsel und die anatomische Struktur des Gehirns verändern.

Es gibt in beiden Lagern „Hardliner“, die nur die eine oder andere Methode der Behandlung vertreten.  Meist aber erkennt man sich gegenseitig an, und viele Patienten werden sowohl mit Medikamenten, als auch mit Psychotherapie behandelt. Als sinnvoll hat es sich dabei erwiesen, nicht mehr zu fragen, ob man das eine oder andere tut, sondern wie und wann man es tut. Man bezeichnet dies als sequenzielle Indikationsstellung, d.h. dass in einer Phase der Erkrankung das Medikament die führende Rolle übernimmt, und in anderen die Psychotherapie (oder beide parallel). Dies erfordert natürlich ein differenziertes Vorgehen, das den Beteiligten mehr Einfühlung und Abwägung abverlangt. Für manche Erkrankungen (z.B. bipolare Depressionen oder chronische Psychosen) kann auch eine lebenslange Behandlung mit Medikamenten erforderlich sein.

Für Verhaltenstherapeuten spielt in der Regel die Frage des Überschneidens von Wirkungen und Nebenwirkungen von Medikamenten keine wesentliche Rolle, während analytisch orientierte Therapeuten danach fragen, was die Einnahme oder Nicht-Einnahme eines Medikaments auch für die seelische Entwicklung bedeutet. Insofern sind analytisch orientierte Therapeuten für Psychiater oft „unbequemer“ als Verhaltenstherapeuten.

Auf jeden Fall lohnt es sich, zu jeder Zeit einer Behandlung zu hinterfragen, ob gerade die richtige Methode oder die richtige Kombination von Methoden angewendet wird.