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Informationen zur Psychotherapie, Psychoanalyse und analytischen Psychotherapie

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Copyright Dr. med. Robert Röhrig, FA für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Psychoanalyse


Inhalt

Die Begriffe Psychotherapeut, Psychologe, Psychiater


Die Berufsbezeichnungen sind kompliziert, denn die Unterschiede sind oft nur auf ihrem historischen Hintergrund zu verstehen. In der Regel werden alle diese Begriffe durcheinander gewürfelt, obwohl sich die beruflichen Tätigleiten grundlegend unterscheiden.

Die Ausbildung zum Psychotherapeuten ist immer ein Zweitstudium bei vorhandenem akademischem Grundberuf. Jedenfalls bisher, wobei man gerade dabei ist, Studiengänge einzurichten, in den von vornherein Psychotherapie-Grundstudium etabliert ist.

Also:

Psychotherapeut für Erwachsene (=ein Therapeut, der seelische Erkrankungen mit "seelischen Mitteln" behandelt) kann werden, wer in seinem Grundberuf Arzt (Studium der Medizin) oder Psychologe ist (Studium der Psychologie). Das alleinige Studium der Psychologie mit der Berufsbezeichnung "Psychologe" berechtigt nicht, als Psychotherapeut zu arbeiten.

Psychotherapeut für Kinder und Jugendliche: Ein Therapeut, der junge Menschen und ihre Eltern bis zum 18. Lebensjahr behandelt. Dieser kann im Grundberuf ebenfalls Arzt oder Psychologe sein (man kann also auch ein Doppelstudium machen), oder auch Lehrer oder Sozialpädagoge.

Weder ein Arzt noch ein Psychologe lernen Psychotherapie während ihres Studiums. Beide müssen (bevorzugt nach einer gewissen Zeit der Arbeit in ihrem Grundberuf, aber gelegentlich auch direkt im Anschluss an ihr Studium) eine psychotherapeutische Zusatzausbildung machen. In unserem Kassensystem entweder eine analytisch orientierte und/oder tiefenpsychologische Ausbildung oder eine verhaltenstherapeutische Ausbildung. Es werden daraus entweder ärztliche Psychotherapeuten oder psychologische Psychotherapeuten , die jeweils entweder mit analytischer oder verhaltenstherapeutischer "Technik" arbeiten, also entweder "analytisch orientierte Therapeuten" oder "Verhaltenstherapeuten" sind.

Die Ausbildung zum "Psychoanalytiker" ist sehr aufwendig (nicht unter 5 Jahren), so dass es daneben eine weitere, nicht ganz so aufwendige Ausbildung in "tiefenpsychologische fundierter Therapie" gibt (die den selben theoretischen Hintergrund hat). Sowohl Ärzte als auch Psychologen können diesen Schwerpunkt für ihre Arbeit wählen.

Ein Psychiater ist ein Facharzt, der seelische Erkrankungen überwiegend mit den Mitteln der Organmedizin behandelt, da die klassische Psychiatrie davon ausgeht, dass die sog. "Geisteskrankheiten" organische Ursachen haben (es gibt auch hier Psychiater für Erwachsene oder für Kinder und Jugendliche als getrennte Facharztbezeichnungen). Als dieser Facharzt entstand, war die eigentliche psychotherapeutische Arbeit noch nicht im heutigen Sinn entwickelt. Will der Psychiater ebenfalls mit "seelischen Mitteln" behandeln, muss auch er eine psychotherapeutische Zusatzausbildung machen und bekommt dafür eine Zusatzbezeichnung Psychotherapie und/oder Psychoanalyse. Seit einigen Jahren beinhaltet die Facharztausbildung zum Psychiater eine Weiterbildung in tiefenpsychologisch fundierter Therapie oder Verhaltenstherapie und gehört jetzt zum Standard der Fachbezeichnung.

An dieser Stelle muss auf einen Unterschied zwischen ärztlichen und psychologischen Therapeuten hingewiesen werden: Der Arzt behält natürlich seine Möglichkeiten, die er aus seinem Grundberuf mitbringt, z.B. im geeigneten Fall zusätzlich ein Medikament zu verschreiben oder auf andere Weise somatische Behandlungstechniken einzubinden.

Noch komplizierter wird der Sachverhalt durch den 1992 neu geschaffenen Facharzt für Psychotherapeutische Medizin und Psychotherapie (seit 2003 FA für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie). Das ist eine Facharztausbildung, die von vornherein die Psychotherapie zum zentralen Bestandteil ihrer Arbeit macht, allerdings nicht wie bei den Psychiatern mit psychiatrischem Hintergrund, sondern mit einem eher allgemeinmedizinisch/psychotherapeutische orientieren Hintergrund, um den besonderen Anforderungen der psychosomatischen Erkrankungen und den sozialen Bedingungen gerecht zu werden.

Hat dieser Arzt zusätzlich eine Ausbildung in Psychoanalyse, so darf er diese Bezeichnung ebenfalls als Zusatzbezeichnung führen. Analog zu den Ärzten werden die psychologischen Therapeuten (um die entsprechende Spezialisierung ihres Psychologiestudiums zu dokumentieren) als Fachpsychologen für Psychotherapie bezeichnet.

Berufsbezeichnungen