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Informationen zur Psychotherapie, Psychoanalyse und analytischen Psychotherapie

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Copyright Dr. med. Robert Röhrig, FA für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Psychoanalyse


Inhalt

Therapeutensuche


Wenn man Psychotherapie sucht, muss man sich darüber im Klaren sein, dass man zum Therapeuten eine langfristige Beziehung haben wird (eine sog. therapeutische Beziehung, die sich erheblich von einer Alltagsbeziehung unterscheidet), manchmal eher positiv, aber manchmal auch voller Spannungen. D.h. es geht nicht nur darum einen Therapeuten zu finden, sondern denjenigen oder diejenige, wo es einfach stimmt und man das Gefühl hat, gemeinsam im Notfall auch eine Krise überwinden zu können. Um dies zu entscheiden, sind die bereits erwähnten probatorischen Sitzungen eingerichtet. Der Zeitraum für einen wirksamen therapeutischen Prozess beträgt mindestens Monate, eher Jahre. Alles was kürzer ist, fällt in die Rubrik Beratung, die allerdings auch gelegentlich schon gutes bewirken kann. Wer behauptet, in wenigen Stunden Therapie im eigentlichen Sinn anbieten zu können, den sollte man sich zweimal anschauen, auch wenn der eigene Wunsch, dass es schneller gehen möge, noch so verständlich ist.

Aber nun zur Praxis. Bevor man sich für jemand entscheiden kann, muss man ihn erst mal zu Gesicht bekommen.

Der gängigste Weg ist möglicherweise die persönliche Empfehlung durch Freunde und Bekannte (falls man sich dort offenbaren möchte), oder aber durch den behandelnden Haus- oder Facharzt. Aber dieser Weg ist meist begrenzt.

Liegt eine solche Vorentscheidung nicht vor, sollte man sich zuerst einen Überblick über die ortsansässigen Therapeuten verschaffen.

Dieser ist aus Therapeutenlisten verschiedenster Interessenverbände zu bekommen. Am einfachsten ist es, die eigene Krankenkasse anzusprechen. Praktisch alle Kassen geben auf Anfrage an ihre Mitglieder z.T. recht detaillierte Listen aus. Auch die Ärzte, über die man den Rat zur Therapie bekommen hat, haben vielleicht eine solche Liste. Allen voran die Psychiater und evtl. der Hausarzt.

Da auch die psychologischen Therapeuten Mitglieder der Kassenärztlichen Vereinigungen sind, gibt es auch dort eine Liste aller kassenzugelassenen Therapeuten mit ihren Spezialisierungen. Die KVen haben in ihrer Homepage Suchmaschinen integriert, die nach den unterschiedlichsten Kriterien alle zugelassenen Therapeuten auflisten. Am einfachsten ist wohl der Zugang über die kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), von der aus man über einen Link zur entsprechenden Landes-KV gelangen kann. Dort ist auch eine Telefonnummer angegeben, unter der man versucht, Informationen über freie Therapieplätze zur Verfügung zu stellen. Allerdings werden dort vermutlich nur die wenigsten Therapieplätze von den Therapeuten gemeldet. Über die KV soll auch ein Zugang zu Terminen der verpflichtenden Sprechstunde möglich sein, wenn die Therapeuten solche Termine

Link zur Kassenärztlichen Bundesvereinigung (www.kbv.de)

Hat man sich bereits für eine bestimmte Therapierichtung entschieden, so können die Homepages der entsprechenden Berufsverbände oder Institute nützlich sein, in die meist ebenfalls Suchmaschinen integriert sind, wo man aber auch telefonisch eine Liste anfordern kann. Auch manche gemeinnützige Vereinigungen halten Adressenlisten vor.

Auf der Homepage des Dachverbandes der analytisch und tiefenpsychologisch arbeitenden Therapeuten (der DGPT) gibt es eine solche solche Suchmaschine, bei der Therapeuten der analytisch orientierten Richtung nach Wohnort gesucht werden können (www.dgpt.de)

Arztbewertungsportale sollte man mit Vorsicht genießen. Es sieht zwar verführerisch aus, dort angeblich auf objektive Aussagen über Ärzte und Therapeuten zu bekommen, und auf Erfahrungen anderer Patienten zurückgreifen zu können, aber wer sich die Komplexität der Situation vergegenwärtigt, erkennt schnell, dass der Wert zweifelhaft ist. So leicht wie es ist, Patienten dazu zu bringen, positive Bewertungen abzugeben, so schnell kommt auch ein guter Behandler in den Fokus eines Patienten, der sich unangemessen behandelt fühlt. Das Internet als Ort sowohl unrealistischer Versprechen als auch von Mobbing und Rachegelüsten ist glaube ich gut durchschaut. Manchmal kann man dort die Wahrheit finden, aber die Macher solcher Bewertungsportale versuchen lediglich, offensichtliche Lügen und Beleidigungen zu unterbinden, um sich selbst juristisch rein zu halten. Alles andere, was als „freie Meinungsäußerung“ durchgehen kann, wird auch veröffentlicht. Und die Behandler werden unter Druck gesetzt, Mitglied im jeweiligen Portal zu werden, damit sie überhaupt eine Chance bekommen, sich im Zweifelsfall zu rechtfertigen, oder eine bessere Position im Ranking des Portals zu ereichen. Irgendwelche Menschen dürfen dort fast alles behaupten, wenn es nur politisch korrekt formuliert ist, während die Behandler sich nicht wehren dürfen, weil sie an die Schweigepflicht gebunden sind. Eine perfidere Situation ist kaum vorstellbar. In einem solchen Portal gar nicht erst bewertet zu sein, könnte man also auch als positives Kriterium betrachten.


Was macht man nun mit den erhaltenen Informationen.

Die psychotherapeutischen Praxen sind aus den verschiedensten Gründen gut ausgelastet. Deshalb sind gewisse Wartezeiten auf einen Therapieplatz leider nicht zu vermeiden. Da Psychotherapeuten meist kein Sekretariat betreiben, landet man in der Regel zunächst bei einem Anrufbeantworter, der auf die telefonische Sprechzeit verweist. Da auch Therapeuten Menschen sind, und sich zuerst einen Eindruck verschaffen möchten, mit wem sie langfristig arbeiten werden, und die sog. Indikationsstellung beim Erstkontakt noch unklar ist, empfiehlt es sich, zunächst kurz die wesentlichen Informationen mitzuteilen, und nach einem einzelnen Beratungstermin bzw. nach einem Termin zu fragen.

Seit 1.4.2017 müssen die kassenärztlich zugelassenen Praxen ein Zeitfenster offen legen, in welchem sie direkt telefonisch erreichbar sind, und sie müssen ab 1.4.2018 verpflichtend offene Sprechstunden anbieten (bis dahin bleibt es ein freiwilliges Angebot). Nach den neuen Richtlinien ist das „absolvieren“ einer solchen Sprechstunde sogar Voraussetzung dafür, eine Therapie beginnen zu können.

Am Ende einer solchen Sprechstunde bekommt der Patient ein Formular ausgehändigt, in dem die Diagnose und die Therapieempfehlung aufgeschrieben sind, welches dann zu einer Art „Berechtigungsschein“ wird, im Kassensystem Psychotherapie in Anspruch zu nehmen. Hat sich im Gespräch gezeigt, dass man therapeutisch gut zusammenpasst, wird der oder die Patientin auch zu weiteren probatorischen Stzungen bei diesem Therapeuten bleiben können. Gibt es in deser Praxis keine absehbare Möglichkeit, begibt man sich mit diesem Formular auf „Wanderschaft“. Man kann dann anderen Therapeuten mitteilen, dass man bereits ein Erstgespräch hatte, und damit die Indikation für eine Therapie gestellt ist, so dass man gleich mit den sog. probatorischen Sitzungen kommen kann. (Siehe folgendes Kapitel)

Es kann allerdings sein, dass der erste Therapeut in der Sprechstunde bescheinigt, dass er eine Therapie nicht für sinnvoll erachtet. Dann haben Sie die Möglichkeit, in der Sprechstunde eines anderen Therapeuten eine Zweitmeinung einzuholen.

Meist kommen mehrere Therapeuten für die vorgesehene Therapie in Frage, so dass man eben auch bei mehreren Therapeuten anrufen kann. Der Umgang mit solchen Anfragen wird von Seiten der Therapeuten unterschiedlich gehandhabt. Manche führen "Wartelisten" (meist die Verhaltenstherapeuten), andere nehmen Patienten an, wenn gerade Raum dafür vorhanden ist. Es ist ohne Zweifel zunächst kränkend, sich in einer Notsituatuation "anstellen" zu müssen, aber ein wiederholter Anruf nach angemessener Zeit unterstreicht die Bereitschaft zur Zusammenarbeit. Gelegentlich kommt es vor, dass jemand sein Interesse an einem Therapieplatz schriftlich formuliert und seinen Anruf für die folgenden Tage ankündigt.

Die laufenden Therapien sind zwar über Jahre terminlich festgelegt, andererseits ergeben sich immer wieder Veränderungen, weil z.B. ein Patient umzieht oder die Therapie aus anderen Gründen vorzeitig aufhört. Auf diese Weise werden die zunächst oft unzumutbar erscheinenden Wartezeiten relativiert. Da Patienten auch mal im Urlaub oder krank sind, gibt es immer wieder einzelne Stunden, die für probatorische Sitzungen zur Verfügung stehen. Zeichnet es sich ab, dass eine gemeinsame Arbeit sinnvoll ist, kann die dann noch unvermeidliche Wartezeit u.U. durch eingeschobene Einzelstunden überbrückt werden.



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